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Reportage über den Markt der Kontinente in den Dahlemer Museen

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Der schönste Weihnachtsmarkt von Berlin ist für mich der „Markt der Kontinente“ in den Dahlemer Museen. An den vier Wochenenden vom 21./22. November, 28./29. November, 5./6. Dezember und 12./13. Dezember ist der Markt mit jeweils einem anderen Schwerpunkt geöffnet. Europa und die Welt, Asien, Amerika und Afrika lauten die Themen, die mit Konzerten Workshops, Ausstellungsgesprächen und Kinderworkshops einhergehen. Kein Regen, kein Schnee, warm beheizt, ein Café und regionale, zum Thema passende Gerichte lassen den Besuch entspannt genießen. Ich bin jedes Jahr dort und finde immer wieder schöne Dinge!
Der erste Stand, an dem ich stehen geblieben bin, war der von Dagmar Rehse, einer Berliner Weberin. Sie wies mich besonders auf ihr Waffelgewebe hin, das mir auch farblich sehr gut gefallen hat!

Nur ein paar Schritte weiter hatte die „Africa Art Gallery“ aus Berlin ihren Stand. Diese Perlenstickereien werden als Gürtel getragen. Es gibt in Afrika wohl auch ganze mit Perlen über und über bestickte Gewänder, die dann allerdings sehr schwer sind.

Kunsthandwerk aus Usbekistan ist mir als Nächstes aufgefallen. Die nette Standbesitzerin zeigte mir gern ihre Up-cycling-Taschen: Taschen aus Leder oder Kunstleder, die sehr aufwändig bestickt worden waren. Auch die bestickten Kissen sind sehr fein gearbeitet.

Eleonore Fuchs verkauft an ihrem Stand mit Handstempeln bedruckte Tücher aus Indien. Mit einer Größe von 2,30 zu 2,80 m sind sie hervorragend als Bettüberwürfe geeignet. Aber das ist beileibe nicht alles. Ihre Schals aus Wildseide schimmern ganz wunderbar!

Am Stand von Daphne Buddensieg hingen handbemalte Seidenblusen und es gab daneben auch bemalte kleine Taschen zu sehen und zu kaufen.

Gestrickte Schals und Stulpen sind mir am Stand von Südstern in Berlin aufgefallen. Die Stulpen sind wirklich sehr originell gestrickt.

Arpilleras, so heißen diese Kunstwerke aus Peru. Dazu steht in der hilfreichen Händlerliste: „Arpilleras zeigen mit ihren Darstellungen und Mustern sozialkritische, religiöse oder landschaftliche Thematiken und wurden international bekannt durch Frauen oder Angehörige sogenannter Verschwundener während der chilenischen Diktatur. Von der Frauengruppe Compacto Humano wurden erstmals Arpilleras in Peru angefertigt. Die Frauen können dadurch ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien sichern.“

Diese Schalen sind keineswegs aus einem textilen Material oder Stroh, sondern aus Telefondraht! Ich konnte es selber kaum glauben, aber am Stand von Wirework sind Bilder zu sehen, wie diese Schalen mit bunt ummanteltem Draht geflochten werden.

Im nächsten Jahr komme ich sicher wieder !