Reportagen

Reportage über die 1. Perlen- und Textilbörse im Museum Europäischer Kulturen in Berlin

top-thema

Auf der ersten Perlen- und Textilbörse am Samstag, dem 8. Oktober 2016, präsentierten sich die Gruppe BEAD PEOPLE BERLIN mit einer Ausstellung und Verkaufsständen im Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin.

Die Perlen- und Textilbörse ist ein neues Veranstaltungsformat, welches das Museum Europäischer Kulturen 2016 in Zusammenarbeit mit der französischen Künstlerin und Autorin Natacha Wolters und den Mitgliedern der Bead People Berlin initiiert hat. Jedes Jahr am zweiten Samstag im Oktober können Perlen- und Textilkreationen der Bead People und ausgewählter Künstler_innen ge- und verkauft werden.

Die angebotenen Techniken und Arbeiten beinhalteten viele textile/künstlerische Techniken: Schmuck, Accessoires, Papierpulp, Filz, Klöppelspitzen, Quilting, Stickerei, Bändchen-Arbeiten, Upcycling, innovatives Stricken und Häkeln, Mixed-Media und vieles mehr.

Besonders reizvoll für mich war, dass die Stände inmitten der Ausstellungsexponate des Museums aufgebaut waren. Zwischen die Glaskästen mit Volkstrachten, Zubehör und Schmuck passten die Tische mit Perlen, Schmuck, Stoffen und kleinen Kostbarkeiten ganz großartig. In einem Fall war ich mir einen Moment lang nicht sicher, ob die Glasperlenketten nun zum Museum oder zur Ausstellung gehörten. Es handelte sich bei näherem Hinsehen aber um Exponate des Museums mit Glasperlen aus Venedig.  Anne-Marie Mormon fertigt Glasperlen, die mindestens ebenso schön sind.

Die Fülle prachtvoller Colliers, teils von den Künstlerinnen getragen, teils gelungen präsentiert, ließ staunen.  Hier Arbeiten von Karin Grabowski, Christine Hailer, Jorinde Nisse, Ute Rambow und Ingrid Ratei-Damm.

Ute Wennrich präsentierte kleine Skulpturen wie die Große Amöbe, die Besucher immer wieder in Versuchung führte, das Kunstwerk anzufassen, zum Missvergnügen der Künstlerin. Es besteht aus tausenden kleiner Perlen und wirkt sehr organisch.

Amüsant fand ich, dass zwei Künstlerin ganz ähnliches präsentiert haben, wenn auch mit ganz unterschiedlichen Mitteln. Die „Pralinen“, die Marianne Jeske aus Stoff geschaffen hat, sind bei Rosemarie Lück aus ungewöhnlichen Knöpfen. In beiden Fällen wurden die Süßigkeiten in Pralinenschachteln präsentiert. Manche Besucherin hätte gern zugegriffen!

Marianne Jeske zeigte außerdem fein gearbeitete Broschen mit Blütenapplikationen und eine prachtvolle Halskette aus bestickten und mit Perlchen verzierten Filzperlen.

Christine Bell präsentierte an ihrem Stand Blaudruckstoffe wie Shweshwe-Stoffe aus Südafrika und hatte damit allerhand Originelles genäht.

Ingrid Ratei-Damm hat aus verschiedenen Stoffen Täschchen gearbeitet und mit Stoffblumen und Perlen verziert.

Brigitte Lüdtke zeigte auf einer Ausstellungsfläche in der Mitte der Eingangshalle des Museums gerahmte Bilder. Auch das Kunstwerk im Titel der Reportage stammt von ihr.

Eva Mühlebach präsentierte kleine Kunstwerke, bei denen sie Papier-Collagen mit der Maschine bestickt hat. Außerdem gestaltet sie mit Fototransfer und Spitzen alte Taschentücher. Auf dem rechten Bild sind Käthe Kruse mit zwei ihrer Töchter zu sehen und in der rechten Ecke Rotkäppchen und der bose Wolf.

Zu guter Letzt noch zwei prachtvolle Colliers der Mit-Initiatorin Natacha Wolters. Ich würde mir wünschen, dass dieses Veranstaltungsformat noch viele Jahre erfolgreich in diesem Rahmen weitergeführt wird.