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Reportage über die 2. Perlen- und Textilbörse im Museum Europäischer Kulturen in Berlin-Dahlem

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Bereits zum zweiten Mal gab es am 14. Oktober 2017 im Museum Europäischer Kulturen (MEK) die Möglichkeit, in die wunderbare, vielfältige und inspirierende Welt der Textil- und Perlenkunst einzutauchen. Nach dem verheißungsvollen Auftakt dieser Veranstaltung im Jahr 2016, die in Zusammenarbeit mit der französischen Künstlerin Natacha Wolters und den Mitgliedern der Bead People Berlin zustande kam, konnte dieses Jahr von denselben Beteiligten der Faden aufgegriffen und weitergesponnen werden: Fast 20 Künstlerinnen zeigten ihre Kreationen, ließen sich gerne auf Besucherfragen und ebenso auf Fachgespräche untereinander ein. Der Austausch miteinander bildete den warmen akustischen Teppich, auf dem sich alle Anwesenden an diesem Tag bewegten.

In der großen Eingangshalle, auch Treffpunkt für Verabredungen und Anlaufstelle zum Sitzen und Ausruhen müder Augen und Füße, konnten die Besucher gleich in die Welt von ‚Grün intensiv’ eintauchen: Die Ergebnisse des Wettbewerbs – 78 Sampler von 46 Künstlerinnen – zur Gestaltung der Fotos, Plakate, Anzeigen, Klappkarten, usw. für die TEXTILE ART BERLIN 2018, dieses Mal mit dem Motto ‚Grün’. Alle textilen Techniken waren hier zu finden; die Vielfalt der Materialien, Techniken und Motive war schier überwältigend. Eine halbe Stunde reichte kaum, sich alles in Ruhe und mit Genuss anzuschauen!

Das Konzept vom letzten Jahr, die Teilnehmerinnen mit ihren Kunstwerken in die Ausstellung des Museums und sozusagen „unter die Augen“ der Exponate zu platzieren, entfaltete wieder seinen Charme. Beim Schlendern von Perlenschmuck zu Mützen und Hüten, von Accessoires zu handgewebten Schals, von Kleider-Kunstwerken zu Glasperlen, Bändern und Stoffen begegnete die Besucherin unversehens einer venezianischen Gondel, diversen Trachten oder auch einem Paravant, über und über mit Glanzbildern beklebt.

Beeindruckend war auch in diesem Jahr die Vielfalt und die Qualität der gezeigten Textil- und Perlenkunst. Mir hatten es in diesem Jahr besonders die zarten Kleidungsstücke angetan, die zum Träumen verführen.

Desgleichen die wärmenden Mützen für den Winter und die Traumgebilde von Hüten, die zum Grübeln veranlassen, zu welchem Anlass sie getragen werden könnten – und zu welchem Gewand?

Mehrere Runden durch die Räume waren nötig, um allem Gezeigten die gebührende Aufmerksamkeit zu geben. Dabei hatte die Besucherin auch die Chance, die Glanzlichter eher „am Rande“ wahrzunehmen: Hier ein Karton voller Bänder, ein Arrangement zarter Stoffblüten, dort ein Faltenwurf…

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass das Museumscafé nicht unerheblich dazu beiträgt, dass die Besucherinnen länger bleiben mögen: Hier trifft man sich zum Plaudern, trinkt Kaffee oder Tee, stärkt sich mit Kuchen und atmet durch. Dieses Jahr war es aufgrund der eher milden Temperaturen sogar möglich, draußen zu sitzen.

Vor dem Hintergrund der vielen intensiven Eindrücke bleibt festzuhalten, dass eine Fortsetzung der Perlen- und Textilbörse im MEK mehr als wünschenswert ist. Wenn die beteiligten Künstlerinnen das auch so sehen, steht dem hoffentlich nichts im Wege!

Alle Fotos von Birgit Ströbel, außer die Bilder der beiden Sampler, die stammen von Sabine Weniger-Dietrich