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Reportage über die Messe Bazaar Berlin vom 18.-22.11.2015

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Wer mit textilem Blick durch die Messe Bazaar im ICC geht, die vom 18. – 22. November in den Messehallen in Berlin stattfand, wird den Eindruck haben, da gibt es nichts anderes: Bekleidung, Pullover, Tücher, Bettdecken, Taschen, Tischwäsche, Mützen, Teppiche etc. Aber das stimmt natürlich nicht. Die Messe bietet ebenso Dekorationsartikel,  Perlen und edle Steine, Gewürze, Öle, Tee aus Nepal, Holzfiguren, Trommeln, Pralinen und so weiter. Aber ich bin eben mit dem textilen Blick durch die Messe gegangen und habe Schätze gefunden!

Wunderbares Leinen in zarten Grau und Naturtönen als Tischwäsche, Gardinen und Küchenwäsche bot ArGaumi Ltd. aus Lettland.

Kirgistan war gleich mit mehreren Ständen vertreten, auch eine Jurte war aufgebaut worden. Schöne kirgisische Filzteppiche Ala-kiyiz and Shyrdak, deren Herstellung schon auf der Textile Art Berlin in diesem Jahr gezeigt wurde, waren an mehreren Stellen zu sehen. Die Filzpantoffeln, die außerdem verkauft wurden, waren sehr beliebt.

An dem ukrainischen Stand mit den schönen Stickereien bin ich eine ganze Weile stehengeblieben und habe mich nett unterhalten. Neben bestickten Blusen zeigte eine Weberin auch sehr außergewöhnliche Kleider aus selbst gewebten Stoffen.

Ich hatte sehr gehofft die ägyptischen Zeltmacher auf der Messe in Aktion zu sehen, aber leider waren sie nicht da. Sehen und fotografieren konnte ich aber ihre schönen applizierten Arbeiten, die als Wandbehang und Schemelbezug gezeigt wurden.

Ein syrischer Stand zeigte schöne handgearbeitete Stickereien.

Aus Malaysia kamen Webarbeiten, die aus den Blätter der Schraubenpalme in geomterischen Muster gefertigt wurden.

Diese Wollmützen werden von Moshe Nasav entworfen und in Nepal gehäkelt oder gestrickt. Es gibt sie in jeder Farbe, mir haben diese grauen Mützen besonders gefallen.

Aus Südafrika stammen diese Stofftaschen, die mit Perlen bestickt sind. Auf der Website www.trusted-roots.com ist zu lesen „Seit 2011 arbeitet TRUSTED ROOTS DESIGN UNLIMITED eng mit einer kleinen Näherei in den Ausläufern der Drakensberge, im tiefen Zululand zusammen. In dieser Region gilt eine Arbeitslosenquote von bis zu 80%, sodass die Arbeit in der
Näherei (es sind rund 25 Frauen dort beschäftigt), als auch die Heimarbeit, die hauptsächlich aus der Glasperlenstickerei und der Stickerei besteht, einen substantiellen Beitrag zu dem Wohlergehen der lokalen Bevölkerung beiträgt.“

Stoffe aus Indien, die mit Handstempeln bedruckt wurden, und weiße applizierte Tücher, die z.B. als Vorhänge genutzt werden können, zeigte Eleonore Fuchs.

Handbemalt in Johannesburg, Südfrika wurde dieses Kissen und der Läufer. Am Stand von „Painted in Afrika“ gab es auch bemalte Tischdecken zu sehen und zu kaufen.

Ebenfalls in Afrika, in Zimbabwe werden  Wohntextilien handbemalt. Shamwari Trading verkauft Wohntextilien, Tischwäsche und Textilkunst.

Von der Firma Fortschritt aus Berlin stammen dagegen diese Schals aus feiner Merinowolle und Seide. Die Designer lassen von Maorimustern, islamischen Bauornamenten, klassischen Webmustern wie Vichy und von der Teppichen des Bauhauses inspirieren. Produziert wird ausschließlich ortsnah in der alten Textil- und Strickhochburg Thüringen.

Zuletzt noch ein paar Worte zum Projekt einer deutschen Hebamme in Ghana mit dem Namen „Meeting Bismarck“. Bismarck ist ein kleiner Junge, dessen Geburt Sonja Ligett-Igelmund 2011 gemeinsam mit zwei afrikanischen Hebammen betreut hatte. Aus einem Besuch im Rahmen einer WDR-Dokumentation wurde ein größeres Hilfsprojekt, in dessen Rahmen die Schule Tische und Stühle bekam, Schuluniformen genäht wurden und schließlich dank Spenden ein Krankenwagen finanziert werden konnte. Die gehörlose Tochter einer der afrikanischen Hebammen näht heute Taschen und kann so zu ihrem Lebensunterhalt beitragen.

Und zu guter Letzt ein paar Farbimpressionen: