Reportagen

Reportage über die TEXTILE ART BERLIN, Teil 2

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Der zweite Teil meiner Reportage über die TEXTILE ART BERLIN 2016 beginnt mit Dana Mikelson. „Mesmerize“ nennt sie ihre Ausstellung mit Kostümkunst. Die Möglichkeit der Ausstellung bei der TEXTILE ART hat sie zu sieben extravaganten Kostümen aus Draht und textilen Materialien inspiriert. Aus der Ausstellungsbeschreibung: „ Die Künstlerin Dana Mikelson arbeitet vornehmlich mit Draht. Dieser wird meist in Verbindung mit anderen Materialien von Grund auf als neue Struktur verdichtet, verflochten und geformt, um dann als tragbare Skulptur ein Zusammenspiel mit dem Körper und dem Sein des Trägers zu bilden.“

Ganz begeistert war ich vom Stand von Waycrossart von Dr. Elmar Müller. Im Hintergrund hing eine Art textiles Wimmelbild aus Laos. Auf dem Tisch zahlreiche kleine Stücke mit nur 30 x 30 cm großen sehr feinen Webarbeiten.

Gern wiedererkannt habe ich die sehr kleinen und sehr feinen Stick- und Näharbeiten, die hier aus dem Norden von Laos stammen. Ich kenne sie aus Thailand.

Die meisten Damen interessierten sich allerdings vor allem für die sehr schicken Clutch-Handtaschen aus Kambodscha. Sie sind aus sehr farbenfrohem Kunststoff.

Anne-Marie Mormon fertigt Glasperlen, jede ist ein Einzelstück! Die grüne Halskette sei aus Recycling-Material, verrät sie mir. Ich denke als erstes an grüne Weinflaschen, so stimmt das aber nicht. Sie hat die Scherben einer Vase verwendet und das Ergebnis gefällt ihr so gut, dass sie vorhat, in diese Richtung weiter zu gehen. Ein Interview mit Anne-Marie Mormon können sie hier nachlesen.

Gertraud Brauner-Baumgartner zeigte Lichtobjekte aus Schafwolle, die in Nassfilztechnik gefertigt wurden. Sie lassen sich sehr stimmungsvoll fotografieren!

Noch mehr Filz war im Rahmen der Ausstellung „Filz auf Partnersuche, Internationale Filzkunst der besonderen Art“ zu sehen. Zum Beispiel dieses ungewöhnliche Stück mit dem Titel  Kerben von Klaudia Al-Halawani.

Martina Breyer verbindet Filz mit Pflanzen bei diesen hübschen Kugeln.

Sieht das nicht aus wie echte Kiesel? Es sind aber gefilzte Steine, jeder groß wie ein gewaltiger Feldstein aus der Uckermark! Die Steine waren effektvoll in einem der Flure der Schule angeordnet. Geschaffen wurden sie von Beate Bossert.

Petra Ewler, die ich ebenfalls bereits für das Textile Art Magazine interviewt habe, zeigte neue Arbeiten in ihrer speziellen Technik und bot einen Workshop für Upcycling-Schmuck. Hier ein Link zum Interview.

Rechte Hingucker waren die drapierten und gefältelten Kleidungsstücke von Sophie Lawniczak. Sie verwendet für ihre Gewänder Pongé-Seide Nr. 5 erklärte sie mir freundlich. Auf dem Plakat, das sie mir freundlicherweise nach dem Wochenende zugesandt hat, konnte ich lesen, dass sie ursprünglich eine Installation basierend auf den Wal-Wanderungswegen geplant hatte. Das aquatische Habitat habe sie dann durch das Smoken und Quilten von Stadtstrukturen in Stoff auf die menschliche Realität übertragen.

Stefanie Gruber zeigte in ihrer Einzelausstellung „Faces“ die textile Umsetzung von eigenen Zeichnungen. Unter jeder der amüsanten textilen Arbeiten hing die dazu gehörige Zeichnung.

Bärbel Ambrus bot an ihrem Stand Stoffe, die sich künstlerisch an den 1920er Jahren orientieren. Hier beispielsweise schöne Borten. In Kürze wird ein Interview mit ihr hier im Textile Art Magazine erscheinen.

Die gefilzten selbstbewussten Damen von Dorothea Fischbeck-Horacek gefallen mir immer wieder. In diesem Jahr neu für mich sind die Damen mit schicken weiten Hosen. Neu für mich waren die gefilzten Pulswärmer. Auch von ihr können Sie hier ein Interview nachlesen.

Doreen Stenzel, die mir schon im letzten Jahr begegnet ist, zeigte in einer Einzelausstellung unter anderem Windlichtspiele und Lichtobjekte. Die zarten Windlichtspiele faszinierten viele Besucherinnen. Die Künstlerin sagt dazu: „Herzstück meines Lebensweges ist das von mir entwickelte Windlichtspiel. Es werden vielfältige Variationen des Raumaccessoires ausgestellt und kreative Akzentsetzung als Mobilé, Fensterschal, Raumteiler oder raumfüllende Installation aufgezeigt.“ Mir gefielen auch diese Lichtobjekte besonders gut.

Zuletzt noch zwei der farbenfrohen Lederhandtaschen von Susanne Gabelmann von Taschen-Design-Berlin und eines der aufwändig bestickten Mieder von Britt Sobotta, die sich auf jedem festlichen Kleid gut machen würden.

Die Messe war 2016 zum letzten Mal in der Carl-von-Ossietzky-Schule zu Gast.
Ab 2017 wird die TEXTILE ART BERLIN auf dem PHORMS Campus Berlin-Mitte, Ackerstraße 76, 13355 Berlin stattfinden.

Der nächsten Termin ist 24. und 25. Juni 2017. Den Flyer dazu können Sie hier herunterladen.