Portraits & Interviews

Interview mit der Textilkünstlerin Els van Baarle

Portrait Els

Die niederländische Textilkünstlerin Els van Baarle hat schon Kurse in Südkorea, Australien, Neuseeland, Kanada, den USA, Frankreich, der Schweiz, Deutschland, England und Belgien gegeben. Vor kurzem noch hat sie gemeinsam mit Helga Widmann eine Ausstellung zum Thema „Bücher einmal anders“ in Freiburg gezeigt. Ich konnte sie befragen.

Was hat Sie als erstes an dem Medium Textil interessiert?

Ich fasse Stoff gern an, und liebe die Weise, in der man damit spielen kann.

Haben Sie eine künstlerische Ausbildung erhalten?

Ich bin Lehrerin für Zeichnen und Textil, ich habe über 20 Jahre lang in verschiedenen Schulformen gearbeitet.

Was waren Ihre Haupteinflüsse und warum?

Während meiner Ausbildung hatte ich zwei inspirierende Lehrer, erstens einen Zeichenlehrer, und zweitens einen Lehrer für Batik, und ich verliebte mich in die Art und Weise, wie man auf weißem Stoff  Wachs, Farbe etc. einsetzt.
Nach meiner Prüfung hatte ich drei Jahre Unterricht in der traditionellen Technik von einem indonesischer Lehrer für Batik.

Welches ist Ihr bevorzugtes Ausdrucksmittel?

Die Arbeit mit Wachs.

Gibt es irgendwelche Techniken und Materialien, die Sie bevorzugen?

Ich liebe es, Stoffe zu färben, und ich mache viel Siebdruck.

Benutzen Sie ein Skizzenbuch?

Ja.

Was inspiriert Sie derzeit?

Ich arbeite viel mit Papier. Ich benutze Papier wie Stoff, ich setze auf dieselbe Weise Wachs und Farbe ein etc. Dann kommen noch Stickstiche hinzu.
Im Moment habe ich eine Arbeit aus Papier bei der 7. Quilt-Triennale, eine Wanderausstellung, die nach Haslach in Österreich geht.

Sie halten viele Vorträge und Kurse im In- und Ausland. Zu welchen Themen?

Ich habe den Unterricht wegen eines gesundheitlichen Problems eingestellt.

Wie hat sich Ihre Arbeit seit dem Beginn Ihres künstlerischen Schaffens entwickelt und wie sehen Sie die Entwicklung in der  Zukunft?

Ich sehe Unterschiede zwischen meinen frühen Arbeiten und den Werken, die ich heute mache. Aber ich habe immer sehr „frei“ gearbeitet.  Die Farbwahl änderte sich im Laufe der Jahre.

Könnten Sie den Prozess der Schaffung eines neuen Werkes beschreiben, beginnend mit der
ersten Inspiration bis zum fertigen Werk?

Ich denke vor allem lange nach. Ich mache Notizen und kleine Skizzen. Ich habe überall Notizbücher, aber ich mache auch Mindmapping, das Thema im Zentrum und alle Möglichkeiten wie Äste eines Baums. Dann fange ich an, Färbeproben oder Tests mit dem Sieb zu machen, das ich verwenden möchte.  Ich mache keine genaue Zeichnung der Arbeit. Die Arbeit mit Wachs ist ein langsamer Prozess. Dass gibt mir Zeit zum Nachdenken über den nächsten Schritt. Ich arbeite immer in Serien.

Glauben Sie, dass Textilkunst ausreichend gewürdigt wird?

Es ist schon viel besser als noch vor Jahren.

Alle Fotos wurden von Els van Baarle zur Verfügung gestellt.
Die Adresse ihrer Website lautet: http://www.elsvanbaarle.com/