Reportagen

Bericht über die Ausstellung „Frida Kahlo – Ich male keine Träume“ in Baden-Baden/Oos

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„Über 100 Gemälde, Fotografien, Videos, Kleider, Schmuck und die Geschichte dazu, beschrieben in Fridas eigenen Worten“, so steht es auf der Karte des Kunstmuseums Gehrke-Remund, die auf die Ausstellung „Frida Kahlo, Ich male keine Träume“ in Baden-Baden/Oos hinweist. Überaus freundlich erläuterte mir Hans-Jürgen Gehrke das Ausstellungskonzept.

Bei den Gemälden handelt es sich um autorisierte Repliken, denn die Originale dürfen Mexiko nicht verlassen. Zu sehen sind neben den wohl bekannten Selbstportraits auch allerhand Gemälde, die ich noch nicht kannte, zum Beispiel das „Selbstbildnis mit Samtkleid“, das Frida 1926 im Stil der italienischen Renaissance malte, und auch das Portrait ihres Freund Alejandro Gomez Arias von 1928. Rechts auch ein Bild von Frida mit ihrem Ehemann Diego Rivera.

Im Museum ist eine Broschüre erhältlich, in der zu jedem Bild Hintergrundinformationen zu finden sind. „In Fridas eigenen Worten“ wird die Lebens- und Leidensgeschichte der Malerin erzählt. Ich finde die Broschüre sehr gut und informativ gemacht.

Neben den Gemälden werden in einzelnen thematischen Räumen Kleidungsstücke, Schmuck und viele Fotografien gezeigt. Besonders interessierten mich Fridas Kleider. Als sie 1954 starb, verfügte ihr Mann Diego Rivera, dass der Raum mit ihrer Garderobe 50 Jahre lang verschlossen bleiben sollte. Im April 2004 wurde der Raum geöffnet. In einem Schrank in ihrem Badezimmer fanden sich zahlreiche Trachten, die relativ wenig Schaden genommen hatten. Das Frida-Kahlo-Museum in Mexiko hat dann die Restaurierung einiger Stücke veranlasst.

Frida liebte die Tehuana-Trachten aus der Region Oaxaca in Mexiko. Ihre Garderobe enthält zahlreiche Beispiele für diese traditionelle mexikanische Kleidung – Rebozos (Fransenschal), bestickte Huipiles (quadratische Tops), Enaguas (Röcke) und Holánes (Volants). Die Kleidungsstücke in der Ausstellung stammen aus Mexiko, es sind nicht die Originale. Dies war aber genau der Stil, den Frida Kahlo liebte.

Besonders schön finde ich den Huipile, die bestickte kurze oder lange Bluse. Das Muster des Huipile verrät den Ort, den sozialen und familiären Status sowie den religiösen Hintergrund der Frau, die ihn trägt. Huipiles bestehen in der Regel aus zwei oder drei Lagen Stoff, die reich bestickt sind. Die Blumenmotive sind handgestickt, die geometrischen Muster eingewebt.

Der Rock, genannt Enagua, wird seitlich mit Stoffbändern befestigt. Der Volant oder Holán aus Baumwollspitze ließ sich leicht abnehmen, so dass er gewaschen und gestärkt werden konnte.

Frida hat sich auch mehrfach in der typischen Tehuana-Kopfbedeckung gemalt, ein Spitzengebilde, das das Gesicht wie ein Strahlenkranz einrahmt.

Frida trug gern auch einen Rebozo genannten Schal. Der Rebozo hat viele Einsatzmöglichkeiten: Er bietet der Trägerin Schutz vor Sonne und Kälte, darin werden auch Waren und Säuglinge getragen. Kahlo wurde häufig in einem Rebozo fotografiert. Dieser Schal wurde zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Stils. Hier ein Selbstbildnis mit einem Rebozo.

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Januar 2019 zu sehen im:
Kunstmuseum Gehrke-Remund, Baden-Baden/Oos, Güterbahnhofstraße 9
Öffnungszeiten täglich 11 bis 17 Uhr, montags geschlossen
www.kunstmuseum-gehrke-remund.org