Reportagen

Bericht über die Ausstellung „Traditionelle Textilkunst aus Baschkortostan“ in Heidelberg

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Im Pressetext steht zu lesen: „In Zusammenarbeit mit der Galerie Ural vom nationalen Zentrum für Volkskunst in Ufa und der in Heidelberg lebenden baschkirischen Ärztin Dr. Dinara Daniel präsentiert die Textilsammlung Max Berk erstmals Trachten, phantasievolle Filzkostüme, Patchwork und Filzteppiche dieses eher unbekannten Landes, das am östlichen Rand des europäischen Teils der russischen Föderation, westlich des Ural Gebirges, gelegen ist.
Alle die gezeigten Objekte stammen aus verschiedenen Regionen von Baschkortostan und wurden bereits mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Ergänzt wird die Ausstellung von Fotografien der baschkirischen Fotografin und Regisseurin Gulnaz Makieva, die mit ihren Bildern von Trachten, Gebäuden und altem Handwerk die Tradition dieses faszinierenden Landes festzuhalten versucht.“

In dem schönen ehemaligen Kirchenbau im Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen sind Quilts, Teppiche, Schmuck, Filzarbeiten, Kostüme, Fotos und Filme zu sehen. Prachtvolle bestickte Trachten, mit Münzen dekorierter Brust- und Kopfschmuck sind an Puppen und auf Fotos zu bewundern.

Im Erdgeschoss wird auch ein Film mit Tänzen an die Wand geworfen. Den teilweise akrobatischen Tänzen habe ich gern eine Weile zugesehen.

Auf den zahlreichen Quilts wurden viele verschiedene Techniken eingesetzt: Piecing, Applique, Quilting mit der Maschine, Stipling und Maschinen- und Handstickerei. Interessant fand ich die Umrandung mancher Formen mit Stickstichen und kleinen Knötchen. Ganz deutlich kann man die Knötchen in dem Bild im Kopf des Artikels sehen.

Die bunte Arbeit rechts habe ich erst für einen Quilt gehalten. Erst beim Näherkommen entpuppte sie sich als geknüpfter Teppich. Daneben zeige ich einen gefilzten Wandbehang.

Ganz begeistert war ich von den gefilzen Kostümen unter dem Dach des Museums. Die Kostüme  stellen Figuren aus dem Heldenepos Uran-Batyr dar. Das ist eine alte baschkirische Heldensage über die Entstehung der Menschheit und die Auseinandersetzung der Menschen mit dem Tod. In der Bedeutung ist diese Heldensage dem Nibelungenlied und dem angelsächsischen Epos Beowulf gleichzusetzen.

Zu guter Letzt noch Bilder von Gruppenarbeiten zum Thema Jurte.

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Mai 2019 zu sehen.

Textilsammlung Max Berk • Kurpfälzisches Museum
Brahmsstraße 8
69118 Heidelberg-Ziegelhausen
Öffnungszeiten:
Mittwoch, Samstag, Sonntag, 13 – 18 Uhr

Alle Fotos wurden freundlicherweise vom Museum zur Verfügung gestellt.