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Pushing the Limits – Eine virtuelle Ausstellung – Pressemitteilung

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Pushing the Limits ist eine virtuelle Ausstellung von gewebten Kunstwerken, kuratiert von der ehemaligen Präsidentin des European Textile Network ETN Lala de Dios (Spanien) – die schon immer Weberin war – und dem Textilkünstler Olivier Masson (Frankreich), der die Ausstellung auch konzipiert hat.

Weben ist eines der ältesten menschlichen Handwerke – wenn nicht das älteste – und viele Arten von Webstühlen oder Webgeräten haben die Menschheit seit Anbeginn der Zeiten begleitet. Vom Rückenriemen bis zum Schaftwebstuhl ist die Geschichte der Weberei eine ununterbrochene Abfolge von technologischen Erfindungen bis zur Ankunft der ersten Jacquard-Handwebstühle im Frankreich des 18.  Jahrhunderts. Der Rest ist Geschichte. Heute leben wir in der Ära der digitalen Jacquard-Webstühle. Zeitgenössische Textilkünstler nutzen dieses Werkzeug, das den Webern – fast – unbegrenzte Freiheit erlaubt.

Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele der heutigen Künstler und Designer wie die Weber schon seit Hunderten von Jahren gerne auf Schaftwebstühlen weben. Nicht nur, um die Funktionstextilien zu weben, die so oft mit der Maschine assoziiert werden, sondern auch, um Kunstwerke zu weben. Die Spannweite reicht von Anni Albers‘ malerischen Webarbeiten bis zu Peter Collingwoods Makrografien, um nur zwei bekannte Beispiele aus dem letzten Jahrhundert zu nennen.

Ziel der Ausstellung ist es, die unglaublichen Möglichkeiten dieser vermeintlich begrenzten „Maschine“ aufzuzeigen, textile Stücke zu schaffen, die eigenständige Kunstwerke sind.

Die Organisatoren erhielten 89 Bewerbungen aus 22 Ländern: aus den USA (24 Bewerbungen), Großbritannien (19), den Niederlanden (9), Spanien (6), Frankreich, Schweden und Litauen (je 4), Kanada, Schweiz, Italien, Australien (je 2) und Deutschland, Russland, Dänemark, Portugal, Brasilien, Norwegen, der Ukraine, Venezuela, Indien, Estland und Belgien (je 1). Von diesen wurden 53 Arbeiten ausgewählt.

Die Ausstellung wurde am 1. Dezember 2020 eröffnet. Es steht noch nicht fest, wie lange die Ausstellung zu sehen sein wird, sie wird aber nicht vor dem 1. Dezember 2021 beendet.

Link zur Ausstellung: https://oliviermasson.art/SWE/SWE.html

Unter diesem Link können Sie die Ausstellung ansehen oder besuchen. Durch Anklicken jedes Werkes erscheint eine neue Seite mit Informationen über den Autor.

Hier der Link zum Herunterladen des Katalogs als pdf. Sie können ihn dort auch gedruckt bestellen: https://oliviermasson.art/en/books/231-pushing-the-limits-exhibition-catalog.html.

Zum Herunterladen klicken Sie einfach auf See a Preview of the Catalogue (in blau).

Wie zu erwarten war, sind die meisten Arbeiten auf digitalen Schaftwebstühlen mit einer hohen Anzahl von Schäften gewebt worden (Jacquard-Webstühle wurden in den Ausschreibungsbestimmungen ausdrücklich ausgeschlossen). Es gibt aber auch sehr interessante Arbeiten, die mit relativ wenigen Schäften gewebt wurden (sogar auf 3 Schäften!). Alle Arbeiten haben einige Gemeinsamkeiten: Die Weber investierten ein enormes Maß an technischem Geschick und Know-how und eine grenzenlose Phantasie, um die Grenzen des Schaftwebstuhls zu überwinden. Es scheint, dass sich diese Grenzen als ein sehr starker Anreiz für ihre Kreativität offenbart haben.

Die Kuratoren:

Olivier Masson, Frankreich. Als Textilkünstler arbeitet er an farbigen und geometrischen Designs, die vom Schaftweben inspiriert sind. Er veröffentlichte mit François Roussel 1987 das Buch : „Shaft weaving and graph design“ und schuf 1985 die Textilsoftware „Pointcarré“.

Lala de Dios, Spanien. Eine ausgebildete Kunsthistorikerin und Berufsweberin. Sie entwirft und produziert Schaftwebereien, unterrichtet und organisiert Textilausstellungen, Konferenzen und Bildungsveranstaltungen. Sie definiert sich gerne als Textilaktivistin.