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Sur le Fil – Textilkunst-Ausstellung in Straßburg

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Um den Faden geht es in der Ausstellung „Sur le Fil“ in Straßburg: Faden auf Stoff gestickt, gehäkelt, gewebt, gestrickt, geflochten oder genäht … Philippe Decorde zeigt in seiner Galerie in der Nähe des Musée d’art moderne erstmals ausschließlich Textilkunst. Elf Künstlerinnen aus Frankreich, Deutschland und Belgien zeigen und verkaufen ihre Arbeiten:
Barbara Wartenberg, Textilkünstlerin und Galeristin, Bad Bellingen
Monika Schiwy-Jessen, Mixed-Media-Künstlerin, Freiburg
Christiane Maroo, Stickkunst, Straßburg
Fabienne Bassang, Autorin, Textilkunst, Straßburg
Isabelle Thelen, Textilkünstlerin, Schiltigheim
Justine & Cow, Textilkünstlerin, Brumath
Katrine Watre-Defody, Textilkünstlerin, Straßburg
Lili Terrana, Illustratorin, Künstlerin, Mulhouse
Martine Mollet , Textilkünstlerin, Straßburg
Ozden Dora Clow, Textilkünstlerin, Straßburg
Space Paf Paf, Künstlerin, Professorin für Bildende Kunst, Virton, Belgien

Monika Schiwy-Jessen arbeitet, wie sie mir 2017 im Interview erzählte, viel mit Fotografien, die sie auf Reisen gemacht hat, z.B. von Graffitis und Street ART aus Städten.  Sie verfremdet sie mit einem Fotoprogramm und überträgt sie dann auf Stoff, den sie dann noch quiltet, bestickt und eventuell bedruckt.

Sehr amüsant finde ich ihre kleine Skulptur, der sie den Titel „Die Kurtisanin“ gegeben hat. Eigentlich sah sie in der Galerie auf den großen Platz hinaus, die freundliche Dame in der Galerie hat sie mich für aber auch umgedreht.

Barbara Wartenberg, deren Galerie BW in Bad Bellingen ich vor kuzem noch besucht habe, ist selbst auch Textilkünstlerin. Sie zeigt „Frauenbilder“, für die sie Stoffe übereinander legt und übernäht.

Die bestickten Miniaturen von Christiane Maroo aus Straßburg mag ich ganz besonders. So viele Details auf so kleinem Raum! Das schwarzgrundige Jäckchen ist kaum 10 cm hoch.

Fabienne Bassang ist nicht nur eine großartige Stickerin, sie hat auch eine ganz Reihe von Büchern zum Sticken verfasst, unter anderem zu traditionellen Stickmustern.

Isabelle Thelen hat die Arbeit geschaffen, mit der auf dem Plakat für die Ausstellung geworben wird. Sie ist über zwei Meter hoch und musste selbst auf dem großen Plakat gefaltet dargestellt werden. In der Galerie kann man sie in ganzer Höhe bewundern. Zahllose Stickstiche scheinen wie aus einer Sanduhr auszulaufen und in einem dünnen Strahl nach unten zu laufen.

Die Künstlerin zeigt aber auch kleine bestickte Würfel. Im einen Fall drapiert sie diese um einen Kopf und nennt sie „Oubli(s)“, also „Vergessenes“.

Sehr farbintensive Bilder zeigt Katrine Watre-Defody. Das dicht maschinenbestickte Bild rechts erinnert mich an marmoriertes Papier.

Sehr unterschiedliche Arbeiten sind von Martine Mollet aus Straßburg zu sehen. Zum einen die riesige Skulptur aus Spulen und dann eine Halskette aus Wörtern.

Sie stickt aber auch feine kleine Miniaturen, die sie in CD-Hüllen packt.

Space Paf Paf ist das Pseudonym von Laurence Gonry. Sie häkelt amüsante Köpfe und und eine Art von Raumfahrt-Pistolen, die sich ausnehmen wie die Waffen in futuristischen Filmen der 50-Jahre.

Zu guter Letzt eine Figur von Justine & Cow. Sie webt, bestickt und erkundet ein traumhaftes, verstörendes und weiches Universum.

Justine & Cow  ist im Übrigen zu verdanken, dass die Ausstellung zustande gekommen ist. Sie hat die ausstellenden Künstlerinnen zusammengebracht.

Die Ausstellung ist noch bis zum  24. Februar zu sehen in der
Galerie Philippe Decorde
5 Rue de Molsheim
67000 Strasbourg
Frankreich
www.galeriedecorde.com

Öffnungszeiten: Mi-So: 14 – 19 Uhr